Du willst hoch hinaus?

Wende dich an einen Mondsüchtigen - es ist ja Fasching.
 

Der Mondsüchtige

Wenn einer mit Trump bricht und hin­ter­her im­mer noch un­sym­pa­thisch ist, dann ist das schon eine Leis­tung, für die man Elon Musk An­er­ken­nung zol­len muss. Aber was wir ei­gent­lich sa­gen woll­ten: Vor ei­nem Jahr noch hat­ten wir in der autorevue be­rich­tet, dass Musk al­les da­ran setzt, zum Mars zu flie­gen und dort eine Fi­lial­zi­vi­li­sa­tion auf­zu­bauen. Das ist einer­seits zwar fas­zi­nie­rend (und wir an­er­ken­nen durch­aus die Ver­diens­te Musks um Raum­fahrt und Mobi­li­tät), an­de­rer­­seits aber der­maßen uto­pisch, dass da­raus in den nächs­ten 200 Jahr­en wohl nicht viel wer­den kann. Wenn wir von ei­nem Flug von sechs Mo­na­ten re­den, dann geht es da nicht um ein Fracht­raum­schiff, groß wie ein Con­tai­ner­schiff, das Bau­ma­te­rial zum Mars bringt. Soviel ist fix.

Dieses wohl einsehend, ist Musk noch in der Erd­um­lauf­bahn ab­ge­bo­gen und hat am Sonn­tag ge-ixt, dass er jetzt doch eine Stadt auf dem Mond bau­en wird, nicht auf dem Mars. Man kann na­tür­lich nicht aus­schlie­ßen, dass Musk vor einem Jahr nur die bei­den Him­mels­kör­per durch­ei­nan­der­ge­bracht hat, und ohnehin im­mer zu dem woll­te, den man so gut vom Fens­ter aus sieht (Musk wird ein mas­si­ves Dro­gen­prob­lem zu­ge­schrieben).
 

In zehn Jahren

Aktuell argumentiert er auf jeden Fall damit, dass die Stadt auf dem Mond schon in zehn Jah­ren fer­tig sein könnte, wäh­rend das auf dem Mars 20 Jahre dau­ern würde. Der Hin­ter­grund der gan­zen An­ge­le­gen­heit ist laut Musk, „die Siche­rung der Zu­kunft der Zi­vi­li­sa­tion“. Jetzt könn­te man na­tür­lich sa­gen, die Zi­vi­li­sa­tion ist vor al­lem in Ge­fahr, weil sie zu­neh­mend von Leute wie ihm und sei­nen High­tech-Mil­liar­därs­kol­le­gen so­wie fins­te­ren Fi­gu­ren wie Peter Thiel et al. ge­prägt wird. So­mit wäre die An­nah­me, dass die bes­ten Plät­ze am Mond für ge­nau die­se Leute re­ser­viert sein dürf­ten, eine im An­satz gute Nach­richt.

Da fällt uns Douglas Adams und sein „Per Anhalter durch die Gala­xis“ ein. In ei­nem Band ist eine Zi­vi­li­sa­tion ge­zwun­gen, ihren Pla­ne­ten auf­zu­ge­ben und ei­nen an­de­ren zu be­sie­deln. In den ers­ten drei Raums­chif­fen wer­den na­tür­lich die wich­tigs­ten, ab­so­lut un­ver­zicht­ba­ren Men­schen eva­ku­iert, die auch zu­erst am neuen Pla­ne­ten sein soll­ten, um dort al­les schon mal vor­ab zu checken: Marke­ting­leute und Tele­fon­putzer. Was die nicht wis­sen: Ihre Schif­fe sind da­rauf pro­gram­miert wor­den, zu ei­nem ganz an­de­ren Pla­ne­ten zu flie­gen und dort zu zer­schellen.
 

Wolfgang Hofbauer, autorevue 03 2026/

Posted by Allé Wilfried Tuesday, February 10, 2026 1:04:00 PM Categories: Cyber-Grooming
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